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Blinddarmentzündung

Wo liegt der Blinddarm?
 

Blinddarm

Der Blinddarm oder Wurmfortsatz ist ein zehn bis zwölf Zentimeter langer An­hang an der Spitze des Dickdarms und ist ungefähr ein Zentimeter dick. Er wird mit dem Begriff "Blinddarm" bezeichnet, weil er ohne Ausgang endet. Die Be­­­zeichnung "Wurmfortsatz" stammt aufgrund seiner wurmähnlichen Form. Er wird in der Fachsprache und im Lateinischen "Appendix vermiformis" ge­nannt, auf Deutsch die Appendix. Der Blinddarm liegt bei jedem Menschen ein we­­nig an­ders, beispielsweise vor oder hinter dem Dickdarm. (Abb. 1) Er kann bis ge­gen die Le­ber hochgeschlagen sein oder ganz gestreckt bis in das Kleinbecken hi­n­ein­ra­gen. An letztgenannter Stelle kann er ausserdem bei Frauen ganz na­he Po­si­tionen zu geschlechtsspezifischen Organen haben.
 
 
 

Wie funktioniert der Blinddarm?

Bis heute ist noch nicht ganz geklärt, was für eine Bedeutung der Wurm­fort­satz hat. Es wird angenommen, dass er eine Rolle bei der Abwehrfunktion des Kör­­pers spielt. Er ist jedoch nicht lebensnotwendig.  
 
 
 

Die akute Entzündung als häufigste Erkrankung des Blinddarms

Bei der Erkennung (Diagnose) fällt oft das Wort der "akuten Ent­zün­dung". Bei einer akuten Entzündung wird das Gewebe von Erregern befallen, die eine Ab­wehr­reaktion hervorrufen. Spezialisierte Zellen des Körpers be­kämp­fen die ein­gedrungenen Erreger und versuchen, diese abzutöten. Diese Reak­tion wird Ent­zündung genannt. Beginnt sie plötzlich, so wird sie "akut" ge­nannt.
 

Appendix

Bei der akuten Blinddarmentzündung finden diese Abwehrreaktionen in der Wand der Appendix statt. Im Inneren des Blinddarms sammeln sich Kot und Eiter. Wenn die ganze Wand mit Eiterherden durchsetzt ist, kann es zum Bruch der Wand und zum Austreten des Blinddarminhalts in die freie Bauch­höh­­le kommen. Dieser "geplatzte Blinddarm" stellt eine ganz gefährliche Si­tua­­tion dar, da die Entzündung auf das Bauchfell übergreifen und nach einiger Zeit den ganzen Körper vergiften kann. Aus diesem Grund lernten die Ärzte in der über hundertjährigen Geschichte der Blinddarmerkrankung, dass bei einer sol­­chen Erkrankung die lebensrettende Operation möglichst frühzeitig vor­ge­nom­­men werden muss.

Dabei ist die Blinddarmentzündung häufig. Sie befällt Menschen jeglichen Al­ters und beiderlei Geschlechts. Häufig sind junge Patienten und auch Kinder von einer akuten Blinddarmentzündung betroffen. Gefährlich kann eine Blind­darm­­entzündung für ältere Patienten werden oder für Patienten, bei denen eine Abwehrschwäche besteht. Sie kann im Alter und nach vorhergegangenen schwe­­ren Krankheiten auftreten. Auch entzündungshemmende Medikamente oder solche, die zur Schwächung der körpereigenen Abwehr nach Or­gan­­ver­pflan­zungen benötigt werden, können zu einer Abwehrschwäche füh­ren.

Ursache einer akuten Blinddarmentzündung ist eine bakterielle Besiedlung des Blind­­darms, verursacht beispielsweise durch Kot- oder Kotsteinstau im Organ ohne Ausgang. Verschluckte Kirschkerne mit Wasser dürften aber kaum eine Rol­le spielen. Obwohl die Ärzte über die letzten Ursachen der Krankheit nicht ge­­nau Bescheid wissen, ist ihnen klar, wie sie geheilt werden kann: mit einer Ope­­ration. Und nochmals sei gesagt: Der Blinddarm ist kein lebenswichtiges Or­­gan.  
 
 
 

Wie erkenne ich eine Blinddarmentzündung?

"Eigentlich hätte ich am Morgen eine wichtige Arbeit im Geschäft erledigen müs­­sen. Beim Aufstehen fühlte ich mich aber sehr unwohl, das Frühstück konn­­te ich nicht mehr einnehmen. Vor dem Weggehen trat plötzlich eine star­ke Übelkeit auf. Ich blieb zu Hause. Ich musste erbrechen, und es traten ir­gend­­wie diffuse Schmerzen um die Nabelgegend auf. Ich hatte plötzlich Fieber über 38 Grad, und die Schmerzen verspürte ich nun im rechten Unterbauch. Ich konn­te mit dem Finger auf die Stelle im rechten Unterbauch zeigen, an wel­­cher es mir am stärksten wehtat."

So exakt können Patienten nicht immer Angaben über ihre Krankheit machen. Aber schon wenige Hinweise reichen heute, den Verdacht des Arztes auf eine Ent­­zündung des Blinddarms zu wecken. Eine wichtige, fast charakteristische Schmerz­­stelle ist der so genannte McBurney-Punkt. Er liegt in der Mitte einer Li­­nie zwischen dem vorderen rechten Beckenknochen und dem Bauchnabel. Brei­­tet sich die Krankheit aus, weil nicht frühzeitig operiert wird, kann der Blind­­darm aufbrechen. Dabei können die Schmerzen kurzfristig fast ganz ver­schwin­­den. Sie kehren zurück, wenn die Entzündung auf das Bauchfell über­greift und sich im ganzen Unterbauch ausbreitet. Die Schmerzen folgen dem Fort­­schreiten der Entzündung und können im ganzen Unterbauch, auch auf der linken Seite, verspürt werden. Insbesondere beim Gehen und beim Auf­ste­hen können sie sehr stark werden. Eine Schmerzlinderung verschafft sich der Patient oft mit dem Liegen und Anziehen der Beine in der Rü­cken­la­ge.

Allerdings sei hier erwähnt, dass Schmerzen als Symptom bei Patienten in hö­he­­rem Alter, bei geschwächter Immunabwehr, bei Medikamenten zur Un­ter­drü­­ckung der Immunabwehr und nach der Einnahme von Schmerzmitteln völ­lig fehlen können. Bei kleinen Kindern ist zu beachten, dass diese bei fast je­dem Unwohlsein auf die Bauchgegend zeigen. Das weist nicht unbedingt auf ein akutes Geschehen im Bauchraum oder auf eine Blinddarmentzündung hin.  
 
 
 

Wie muss eine Blinddarmentzündung abgeklärt werden?

Am Anfang jeder Untersuchung stellt der Arzt dem Patienten Fragen. Beim Blind­­­darm sind es Fragen nach Art, Dauer und Auftreten von Schmerzen, nach Was­­serlösen und nach Stuhlgang. Bei Frauen werden zusätzlich gy­nä­ko­lo­gi­sche Fragen gestellt, so zum Beispiel nach der Monatsregel, nach Blutungen und Ausfluss. Weiter wird die Temperatur sowohl im Anus wie auch unter der Ach­­selhöhle gemessen. Als Gesamtheit erlauben die vier nachstehend ge­nann­­ten Untersuchungsreihen dem Arzt in der Regel die korrekte Diagnose einer Blinddarmentzündung:       

  • Untersuchung des Bauches mit den Händen: Der Arzt sucht nach den ty­­pi­schen Schmerzpunkten (McBurney-Punkt) und nach einer un­will­kür­li­chen Ab­wehrspannung der Muskulatur beim Eindrücken der Bauchdecke (Défense) und dem Schmerz beim plötzlichen Loslassen der eindrückenden Hand (Los­lassschmerz). Ausserdem sucht er nach Schmerzen beim Klopfen auf den Bauch (Klopfschmerzen) und nach Rüttelschmerzen, in dem er den Pa­­tien­ten rüttelt.

  • Rektaluntersuchung: Die Untersuchung des Enddarms wird am besten in der Rückenlage mit dem Zeigefinger des Arztes aus­ge­führt. Obwohl diese Un­tersuchung etwas unangenehm ist, gibt sie ent­schei­den­de Hinweise auf die richtige Diagnose. Der Arzt führt den mit Plas­tik­hand­schuh und Fin­ger­ling bedeckten Zeigefinger über den Schliessmuskel in den Anus ein. Selbst­verständlich benutzt er eine Gleitcreme, um keine Schmer­zen zu ver­ur­sachen. Bei Männern wird gleichzeitig die Prostata un­ter­sucht, bei Frauen der Muttermund und eine allfällige Schmerz­emp­find­lich­keit der Ge­bär­mut­ter. Eine solche Untersuchung ist absolut notwendig. Ein Arzt kann recht­lich haftbar gemacht werden, wenn er keine Rek­tal­un­ter­suchung beim Ver­dacht auf eine Blinddarmentzündung durchführt.

  • Laboruntersuchungen: Das Blut, welches dem Patienten entnommen wird, gibt Hinweise auf eine Entzündung. Mit der weiteren Untersuchung des Urins werden Infektionen von Nieren und Harnwegen ausgeschlossen.

  • Bildgebende Verfahren: Mit der Ultraschalluntersuchung wird der Blind­darm dar­gestellt, aber auch der ganze Bauch mit den ableitenden Harn­we­gen und mit Blase, Nieren, Gallenblase und Leber wird untersucht. Bei Frau­­en er­scheinen zusätzlich die Eierstöcke und Eileiter. Manchmal ist eine Ul­­tra­schall­untersuchung durch die Scheide notwendig, um eine gy­nä­ko­lo­gi­sche Krank­heit auszuschliessen. Bei unklarem Befund werden oft auch Rönt­­gen­auf­nahmen im Liegen und im Stehen gemacht, oder es wird eine Com­­pu­ter­tomografie mit Kontrastmittel angefertigt.
 
Das Erkennen einer akuten Blinddarmentzündung ist oft sehr schwierig. Ob­wohl die Krankheit sehr häufig ist, wird sie oft verkannt. Die Ärzte sprechen man­ch­mal etwas salopp vom "Affen im Bauch", weil die Blinddarmentzündung so viele andere Erkrankungen "nachäffen" respektive vortäuschen kann. Des­halb sind die aufgeführten Untersuchungen wichtig. Sie bilden zusammen ein Gan­­zes, das meist die korrekte Diagnose der Blinddarmentzündung erlaubt. Bei raren Grenzfällen ist immer noch die Erfahrung des behandelnden Chi­rur­gen wichtig. Ihm steht auch die Laparoskopie als weiteres bildgebendes Ver­fah­­ren zur Verfügung, mit welchem er durch eine kleine Öffnung im Bauch nach­­sehen kann (vgl. unten "Die laparoskopische Operation").  
 
 
 

Wie kann man eine akute Blinddarmentzündung behandeln?

Zu Beginn einer akuten Blinddarmentzündung kann die Krankheit nur schwer dia­­gnostiziert werden. Oft werden deshalb versuchsweise Antibiotika und Schmerz­­mittel verabreicht. Sie können aber eine Blinddarmentzündung nicht hei­l­en. Wird im späteren Verlauf der Krankheit und durch oft wiederholte Un­ter­­suchungen klar, dass es sich um eine Blinddarmentzündung handelt, muss ope­­riert werden. Heute gibt es zwei Operationsweisen. Beide müssen in einer Voll­­narkose durchgeführt werden.

  • Die offene Operation

Durch einen etwa sechs Zentimeter langen Schnitt im rechten Unterbauch werden die Haut, das Unterhautgewebe, die Mus­kel­­haut und die Bauchwandmuskulatur durchtrennt. Das Bauchfell wird er­öff­­net und die Sicht mit kleinen Haken frei gehalten. Der Dickdarm wird von Hand in die Wunde hineingezogen, und die Spitze des Blinddarms wird ge­­fasst. Das kleine Aufhängeband des Blinddarms wird zwischen zwei Näh­ten durch­trennt. Auf dem Dickdarm wird um die Basis des Blinddarms eine so ge­nannte Tabaksbeutelnaht angelegt. Anschliessend wird der Blinddarm um­­knotet und abgetragen. Der kleine Stumpf der Blinddarmbasis wird nach­­folgend unter diese Tabaksbeutelnaht gelegt und die Naht darüber fi­xiert. Die Bauchwand wird anschliessend wieder schichtweise verschlossen. Wur­­de vorher eine Eiteransammlung um den Blinddarm herum vor­ge­fun­den, wird diese Eiterhöhle mit einem kleinen Plastikschlauch ab­ge­leitet.
 

Die laparoskopische Operation
 
 
 
 

Operation

 

Heute wird zunehmend die so genannte "Schlüs­selloch-Chirurgie" für die Blinddarmoperation eingesetzt. Dazu wird durch eine kleine Hohlnadel am Nabel zuerst der Bauchraum mit ge­wärm­tem Gas aufgefüllt. Beim Nabel wird ein Hautschnitt von einem Zentimeter Län­­ge durchgeführt. Durch diese Öffnung wird eine sterile Videokamera in den Bauchraum hinein geschoben. Der Chirurg kann über diese Kamera auf einem Bildschirm in den Bauchraum sehen. Durch je zwei, fünf Millimeter klei­­ne Schnitte im linken und rechten Unterbauch werden Ar­beits­in­stru­men­­te wie kleine Scheren und Klemmen eingeführt. (Abb. 3)

Blinddarmoperation



 
 

 
Mit ihnen kann der Blind­­darm gefasst und sein Aufhängeband mit einem Spezialgerät (z.B. mit dem Ul­tra­schalldissektor) durchtrennt werden. (Abb. 4)

Wurmfortsatz



 
 

 
Der Blinddarm wird an seiner Basis knapp vor der Wand des Dickdarms mit einem speziellen Klam­­mer­naht­ge­rät abgetrennt. (Abb. 5)

Bauchchirurgie Blinddarm



 

 
Das kranke Organ wird durch die kleinen Schnit­te entfernt. (Abb. 6) Die kleinen Hautschnitte werden vernäht. Bei Patienten mit gewissen Vor­ope­rationen und Verwachsungen kann der Blinddarm ge­le­gentlich nur mit der offenen Operation entfernt werden.

 
 
Was geschieht nach der Behandlung?


"Als ich aus der Narkose aufgewacht war, hatte ich noch leichte Schmerzen im Un­­terbauch. Ich war aber überrascht, wie schnell es mir wieder besser ging. Ich durfte noch am selben Tag Tee und Wasser trinken und musste kurz auf­ste­­hen. Am zweiten Tag gab es bereits wieder leichtes Essen, und es ging mir wie­­der gut."      

Sowohl bei der offenen wie auch bei der laparoskopischen Operation kann der Pa­­tient in der Regel am selben Tag wieder kurz aus dem Bett aufstehen und ein­we­nig trinken. Am zweiten Tag darf er wieder essen. Bei einem "ge­platz­ten" Blind­darm muss eventuell während einiger Tage ein Antibiotikum ein­ge­nom­­men werden. Die kleinen Schläuche einer allfälligen Drainage können vier bis sechs Tage nach der Operation aus der Wunde gezogen werden. Wie bei je­der Ope­ration sind auch bei der Blinddarmoperation Komplikationen nicht aus­­ge­schlos­sen. Glücklicherweise sind diese aber bei diesem Eingriff relativ sel­ten. Sie sind den Ärzten gut bekannt und können gut behandelt werden. Am häufigsten sind harm­lose Wundinfekte, selten treten Komplikationen im Bauch­raum auf. 
 
 
 

Auf was muss im zukünftigen Alltag geachtet werden?      

Die Krankheit ist nach der Operation definitiv geheilt. Die Operierten können ganz normal weiter leben. Ein sehr geringes Risiko besteht darin, dass sich als Ope­­rationsfolge nach Jahren oder Jahrzehnten Verwachsungen bilden, die zu einem Darmverschluss führen. Ein solcher müsste in jedem Fall operiert wer­den.
 
 
 

Historisches

Die Krankheit der Blinddarmentzündung ist schon seit dem Mittelalter be­kannt. Bereits im 16. Jahrhundert wurde sie bei Leichenöffnungen gefunden und beschrieben. Im 18. Jahrhundert konnte die Krankheit bei einem le­ben­den Patienten erstmals diagnostiziert werden. James Parkinson beschrieb 1812 eine Bauchfellentzündung, die damals auf eine Blinddarmentzündung folg­­­te. Zwar wurde die Krankheit als gefährlich erkannt, die Behandlung er­folg­­te aber mit althergebrachten Methoden wie Aderlass, Blutegel und Klis­tie­re. Erst 1886 bezeichnete der amerikanische Anatom Reginald Heber Fitz in Bos­­ton die Entzündung des Wurmfortsatzes als Krankheitsursache. Er schuf das Wort Blind­darmentzündung ("Appendizitis") und forderte - höchst radikal für da­ma­li­ge Ohren - die vollständige chirurgische Entfernung des erkrankten Or­­gans.

Wer den Mut hatte, die erste Blinddarmoperation durchzuführen, ist bis heute nicht ganz klar. Robert Lawson Tait 1880 in England, Rudolf Ulrich Krönlein 1886 in Deutschland, aber auch George Thomas Morton 1887 in den USA, sie alle haben Operationen am Blinddarm durchgeführt. Die ersten Eingriffe wur­den spät im Krankheitsverlauf und nach Abklingen der akuten entzündlichen Zei­­­chen durchgeführt. Die Chirurgen drainierten nur den Eiter oder entfernten einen Teil des Blinddarms. Erst der Chirurg John Benjamin Murphy aus Chi­ca­go führte den heute gebräuchlichen und frühzeitigen chirurgischen Eingriff ein. Er forderte, dass der Blinddarm ganz entfernt werden sollte, bevor durch die Entzündung Eiter durch die Wand des Blindarms in die Bauchhöhle ge­lan­gen kann. Es gab nur wenige, die ihm damals glaubten. Zu verbreitet war noch der Glaube an eine Behandlung mit Medikamenten und zu wenig aus­ge­reift waren auch die Technik und das Wissen der wenigen mutigen Chirurgen in den USA wie auch in Europa. Europäische Mediziner lächelten ohnehin über die "wilden Ame­rikaner". Und Chirurgen waren ihnen eine lästige Konkurrenz.

Der Durchbruch der Blinddarmoperation kam am 24. Juni 1902, als der eng­li­sche Prince of Wales kurz vor seiner feierlichen Krönung zum König Edward VII an einer Blinddarmentzündung erkrankte - eine politische und soziale Ka­ta­­­strophe für die damalige Weltmacht Grossbritannien. Nach dramatischen Symp­­­tomen und vergeblicher medikamentöser Behandlung durch den Hofarzt un­­­ternahm Frederick Treves am König die rettende Operation - noch dazu im Bei­sein von Jo­seph Lister, dem hoch betagten Entdecker der für alle Ope­ra­tio­nen un­ver­zicht­baren An­ti­sep­sis. Er drainierte den Eiter, und König Edward VII ge­nas. Aus Dank­barkeit für die Lebensrettung wurde Treves der (erbliche) Ti­tel eines Ba­rons verliehen.

Heute wird die seit nun über 100 Jahre praktizierte Operation des Blinddarms (Ap­­pendektomie) möglichst frühzeitig nach Erkennen der Erkrankung unter­nom­­­men. Die Blinddarmentzündung ist die häufigste Erkrankung im Magen-Darm-Bereich und diejenige Unterleibsoperation, bei welcher die Ärzte über die grösste Erfahrung verfügen.
 
 
 

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