Pankreas Hilfe

 
Hilfe für Pankreaserkrankte


Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Selbsthilfegruppe der Pankreaserkrankungen (SSP) und dem Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V. (AdP)

Immer mehr Menschen leiden heute an einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die durch gegenwärtig zur Verfügung stehende diagnostische Mittel wie Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie oder Feinnadelpunktion mit Biopsie diagnostiziert werden kann. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören beispielsweise chronische oder akute Entzündungen (Pankreatitis), Bauchspeicheldrüsentumore (Pankreaskarzinome) und pankreatische Zysten.

Die Behandlung solcher Pankreaserkrankungen ist oft mit einer lang anhaltenden konservativen Therapie verbunden und endet manchmal auch mit einer chirurgischen Intervention. Dabei gibt es eine Vielzahl von Operationsmethoden, welche das Drüsenorgan teilweise oder ganz zu entfernen vermögen, wobei heute den organerhaltenden Methoden grundsätzlich den Vorzug gegeben wird. Bei resezierenden Verfahren wird hauptsächlich zwischen folgenden vier Methoden unterschieden.

 

  • Bei der totalen Pankreatektomie werden nicht nur die ganze Bauchspeicheldrüse, sondern auch der Zwölffingerdarm, die Gallenblase, oft die Milz und manchmal ein Teil des Magens entfernt.
 
  • Bei der partiellen Duodenopankreatektomie spricht man auch von einer Whipple Operation, bei welcher der Bauchspeicheldrüsenkopf, der Zwölffingerdarm, die Galleblase und ein Teil des Magens reseziert werden. Grundsätzlich bevorzugen wir jedoch die pyloruserhaltende Pankreatektomie, bei welcher der Magen erhalten bleibt.
 
  • Bei der duodenumerhaltenden Pankreaskopfresektion wird ausschliesslich das Pankreaskopfgewebe entfernt und anschliessend eine Dünndarmschlinge an die Stelle des ausgeschälten Kopfes zur Ableitung des Pankreassaftes angenäht. Der Zwölffingerdarm bleibt erhalten.
 
  • Bei der Pankreaslinksresektion wird nicht der Pankreaskopf, sondern der Pankreasschwanz (mit oder ohne Körper) reseziert. Meistens wird dabei auch die Milz entfernt. Der Bauchspeicheldrüsenkopf bleibt erhalten.
 
 
  Neben den resezierenden Operationen gibt es auch die ableitenden Verfahren:

  • Bei der latero-lateralen Pankreaticojejunostomie nach Pustow wird ein gestauter Pankreasgang in eine Dünndarmschlinge abgeleitet. Damit kann der Schmerz verursachende Druck im gestauten Pankreasgang verhindert und die Schmerzen können bekämpft werden. Bei dieser Operation ist in Ergänzung oft auch eine Resektion von Gewebe aus dem Pankreaskopf nötig, welches den Abfluss des Pankreasganges verhindert.
 
  • Bei der Zysto-Jejunostomie werden grosse, chronische Pankreaspseudozysten in den Dünndarm abgeleitet.
 
Insulinome, bei welchen es sich um gutartige Geschwülste in der Bauchspeicheldrüse handelt, können oft im gesunden Gewebe ausgeschält werden, ohne dass nicht-befallenes Gewebe entfernt werden muss.
 
Bei allen Operationen handelt es sich um sehr diffizile Interventionen. Sie dürfen nur von sehr erfahrenen Pankreaschirurgen durchgeführt werden. Für die betroffenen Patienten sind solche Operationen potentiell mit starken Schmerzen verbunden, die jedoch heute mit einer Vielzahl von Schmerztherapien behandelt werden können. Dennoch bringen solche grossen Operationen immer auch gesundheitliche Probleme nach der Intervention mit sich, so zum Beispiel Verdauungsstörungen, Diabetes Mellitus oder allgemein körperliche und manchmal auch seelische Probleme. Die Patienten müssen meistens mit medizinischen und/oder onkologischen Therapien leben, was aus psychologischer Sicht nicht immer einfach zu bewältigen ist.

In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Selbsthilfegruppe für Pankreaserkrankungen (SSP) versuchen wir, allen Pankreaserkrankten eine komplette Beratungs- und Behandlungsdienstleistung zur Verfügung zu stellen, welche die betroffenen Patienten vor, während und nach einer chirurgischen Therapie in Anspruch nehmen können. Gemeinsam mit Fachärzten, Psychologen und Betreuern versuchen wir, ein bestmögliches und fürsorgliches Umfeld anbieten zu können.


 




 

 
Gerne stehen wir für allgemeine Anfragen und Sprechstunden jederzeit zur Verfügung:

Beratungen und Koordinationsstellen der SSP

Conrad Rytz - Deutschschweiz und Romandie
Präsident SSP
Chemin du Chêne 10
CH-1260 Nyon
Tel. +41 (0)22 361 55 92 Fax +41 (0)22 361 56 53
conrad.rytz@swissonline.ch

Udo Hemmers - Deutschschweiz und Deutschland
Beisitzer AdP (Arbeitskreis der Pankreatektomierten)
Hagelkreuzweg 31
D-46487 Wesel
Tel. +49 (0)28 03 7 58 Fax +49 (0)28 03 92 72
udo.hemmers@gmx.de




Chirurgische Beratungen:

Prof. Dr. med. Hans U. Baer
Montag 08:00 - 17:00
Dienstag 08:00 - 17:00
Mittwoch 08:00 - 17:00
Donnerstag 08:00 - 17:00
Freitag 08:00 - 16:30

Tel. +41 44 387 30 70
Fax +41 44 387 30 90
info@baermed.ch

Hilfe zum Thema Pankreas:

Mehr Informationen zur Schweizerischen Selbsthilfegruppe für Pankreaserkrankungen finden Sie unter http://www.pancreas-help.com/.
 
Informationen zum Arbeitskreis der Pankreatektomierten in Deutschland finden Sie unter http://www.adp-bonn.de/ .

Weitere Informationen zum Thema Pankreas finden Sie auch auf http://www.surgery-hub.com/ .