Single Incision Laparoscopic
Surgery
Entfernung der Gallenblase über einen einzigen kleinen
Schnitt am Nabel
Seit 2009 wird in unserem Zentrum ein Grossteil der
Gallenblasenoperationen
in einer neuen Methode durchgeführt. Die in der Chirurgie
als SILS (Single Incision Laparoscopic
Surgery) bezeichnete Technik unterscheidet sich von
der seit ca. 25 Jahren bekannten, ebenso laparoskopischen
(mittels Bauchspiegelung, syn. "Schlüssellochchirurgie")
Methode dadurch, dass nicht mehr 3 - 4 kleine Schnitte,
sondern nur noch ein einziger ca. 20 mm grosser Schnitt
im Bauchnabel notwendig ist, um die Gallenblase zu entfernen.
Die Wahl des Bauchnabels eignet sich neben der Lage (Mittelpunkt
des Bauches) auch wegen der anatomischen Beschaffenheit
der Region. Es müssen hier weder muskuläre Strukturen, noch
Fettgewebe durchtrennt werden um einen Zugang zur Bauchhöhle
zu erlangen. Eine kleine Narbe im Nabel ist kaum sichtbar.
Die Technik eines einzigen Zugangs bei Operationen im Bauchraum
wurde bereits in den späten 90-er Jahren beschrieben, fand
jedoch aufgrund technischer Probleme keine Verbreitung.
Im Rahmen des medizinischen Fortschritts, insbesondere der
Entwicklung von speziell auf diese Operationsmethode zugeschnittenen
Instrumenten sowie eines besonderen Trokarsystems wurde
die Voraussetzung geschaffen um bauchchirurgische Interventionen
über einen einzigen Schnitt vorzunehmen. Nicht zu verwechseln
ist die Operationstechnik mit der NOTES (Natural
Orifice Transluminal Endoscopic
Surgery) einer weiteren Variante der minimal-invasiven
Chirurgie. Hier werden natürliche Körperöffnungen wie der
Magen, die Scheide oder der Enddarm als Zugangsweg in die
Bauchhöhle genutzt.
Bei einer Cholezystektomie, d. h. der Entfernung der
Gallenblase
unterscheidet sich grundsätzlich nur der Zugangsweg von
der bekannten Technik. Anders als dort liegt der Hautschnitt
nicht am Rand des Bauchnabels, sondern in dessen Tiefe.
Hat man nach vorsichtiger Präparation das Bauchfell (Peritoneum)
erreicht, wird dieses angehoben und eröffnet. Das speziell
entwickelte Trokarsystem wird unter Sicht in die Bauchhöhle
eingebracht. Es folgt die Insufflation von Gas (Kohlendioxid)
über ein am Rand des Trokars befestigtes Schlauchsystem.
Über den Trokar kann man die Kamera und die Arbeitsinstrumente
vorschieben.
