Eine neue Behandlung bei schwerer chronischer Leberzirrhose

 

 Das Leberzellmatrix-Implantat

 

Unser Zentrum führt zur Zeit eine von der kantonalen Ethikkommission Zürich (KEK) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bewilligte Studie durch, die bei www.clinicaltrials.gov notifiziert ist. Die folgende Zusammenfassung orientiert über diese Studie.

Die Leber ist ein ganz zentrales Organ des Stoffwechsels. Sie baut Schadstoffe und Gifte ab, speichert Zuckersubstanzen, scheidet Galle aus und baut körpereigene Eiweisse auf. Ohne diese Stoffwechseltätigkeit ist ein Leben unmöglich.

Die Leber kann durch Krankheiten wie Viren (Hepatitis), durch Schädigung verschiedener Stoffe wie übermässigen Alkoholgenuss, durch vererbte Krankheiten aber auch durch Tumorkrankheiten (Metastasen) akut oder chronisch geschädigt werden. Die häufigste Folge von chronischen Lebererkrankungen ist die Leberzirrhose.

Obwohl Leberkrankheiten häufig sind, gibt es für die schweren Verlaufsformen vor allem der chronischen Leberzirrhose nur ungenügende medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Viele Patienten leiden deshalb jahrelang an einer Leberkrankheit, bis die Leberfunktion so stark eingeschränkt wird, dass nur noch der Ersatz des erkrankten Lebergewebes durch eine Lebertransplantation das Leben erhalten kann. Heute gibt es leider weltweit einen Mangel an geeigneten Organen für eine Lebertransplantation, so dass viele Patienten bei sehr restriktiven Kriterien für eine Aufnahme auf eine Transplantationsliste nicht transplantiert werden können.

Für die chronische Leberinsuffizienz bestehen heute nur ungenügende Behandlungsmöglichkeiten. Viele Patienten mit einer chronischen Leberzirrhose können deshalb trotz fortgeschrittenem Stadium nicht adäquat behandelt werden.

Im Rahmen einer ethisch bewilligten klinischen Studie von Baermed. – Zentrum für Bauchchirurgie, Zürich wird eine neue Behandlungsform untersucht, bei der körpereigene Leberzellen zur Verbesserung der Leberfunktion verwendet werden. Das Prinzip der Behandlung ist einfach. In einer minimalen Leberoperation werden Gewebestücke von der erkrankten Leber und anderer Organen entnommen und in einem speziellen Labor verarbeitet. Sie werden gemischt und auf eine Trägersubstanz aufgebracht. Zwei Tage später werden diese Zellgemische wieder in den Körper des Patienten in die Aufhängebänder des Dünndarms eingebracht. Diese Zellgemische übernehmen nach etwa zwei Wochen wichtige Funktionen der erkrankten Leber und normalisieren teilweise oder ganz die Leberfunktion. Die verwendeten Zellen sind keine Stammzellen, so dass viele ethische Bedenken aus der Stammzellforschung für dieses Verfahren nicht bestehen. Erste Resultate dieses Verfahrens im klinischen Einsatz waren sehr ermutigend.

Die Indikation zu einer solchen Operation wird ganz streng nach den Kriterien der bewilligten klinischen Studie analog wie für eine Lebertransplantation gestellt. Patienten, die sich für einen solchen Eingriff interessieren, müssen sich verpflichten, Blutentnahmen und Kontrollen vor und nach der Operation zu erlauben, damit die Resultate aus der Studie analysiert werden können.

Ablaufschema der Operation Leberzellmatrix-Implantat

Leberoperation

 

1. Operation

- Gewebeentnahme aus der Leber

- Gewebeentnahme aus der Bauchspeicheldrüse

 

 

 

 

 

Leberzellen Transport

 

Transport - OP -> Labor

- Sicherer Transport

- Gleiche Bedingungen wie bei einer Lebertransplantation

-  Temperaturüberwachung (Kühlung)

 

 

 

 

 

Leberzirrhose Laborteam

 

Labor

Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW) in Wädenswil (Leitung Prof. U. Graf)

Bearbeitung des Gewebes

Funktions- und Sterilitätstests

 

 

 

 

 

 

 

 

Leberzellen

 

Transport - Laobr -> OP

- Sicherer Transport

- Temperaturüberwachung (Körpertemperatur nötig)

 

 

Operation Leberzirrhose

 

2. Operation

- Implantation der Matrices in die Dünndarmmesenterien

 

 

 

Nachuntersuchung Leberoperation

 

Nachkontrollen

- Patienten müssen 2 Jahre lang in der Studie nachkontrolliert werden

 - Dokumentation des Studienverlaufs

 

 

Ein- und Ausschlusskriterien

Für die Studie gelten strenge Ein- und Ausschlusskriterien, wir beraten Sie gerne. Weitere Informationen erhalten Sie gerne bei uns (hans.baer@baermed) und unserem Hepatologen (Leberspezialist) Prof. Dr. med. Bernhard Sauter.

Kontakt: Tel +41 (0)44 387 30 70, E-mail hans.baer@baermed.ch

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