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Principle drei

 

 leitgedanken3

"Technique is only important until it is perfect - and it has to be perfect. Once perfect, other factors are decisive in achieving surgical success."

Leslie H. Blumgart,
Professor für Chirurgie
Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York

Chirurgie ist zuerst und immer ein Handwerk. Die Hände sind das wichtigste Instrument des Chirurgen. Nur über sie kann er präzise, genau, sorgfältig und schonend arbeiten und für die Patienten gute Resultate, schnelle Heilung von Operationen, ohne Komplikationen erreichen. Alle manuellen Fähigkeiten müssen auch von sehr Begabten zuerst erlernt werden, wie bei jedem anderen Handwerk auch. Wie bei einem Musiker ist die Musik erst schön, leicht und elegant nach langen Jahren des Lernens, der Entwicklung der eigenen Technik und des permanenten Übens. Die chirurgische Technik ist auch mit der Kunst des Malens vergleichbar. Ein leeres Blatt wird von vielen Strichen, breit, schmal, lang und kurz so lange bedeckt, bis das Auge ein Bild sehen und die Seele es erkennen kann. Die chirurgische Technik kann erst perfektioniert werden, wenn der Chirurg auf vielen Gebieten eine grosse Anzahl von unterschiedlichen Operationen durchgeführt hat und er persönlich die meisten Varianten dieser Operationen intim kennt. Die Organe, ihr Zusammenspiel, ihre Lage sowie die schonendsten Zugänge werden erst im Zusammenhang erkannt, wenn viele verschiedene Operationen erlebt und erarbeitet werden, bis alle Details sich zu einem Ganzen zusammenfügen. Virtuosität der Technik ist eine Voraussetzung für eine chirurgische Tätigkeit. Sie ist aber nicht Selbstzweck. Die Technik muss perfekt sein. Ist sie aber perfekt, wird sie nebensächlich neben allen anderen Faktoren, die den Erfolg einer Operation bestimmen. Stimmt die Technik, werden die Ankündigung der Operation, das Verständnis für die Leistungsfähigkeit des Körpers des Patienten, was er körperlich und seelisch ertragen mag, entscheidend. Es gibt nichts Schlimmeres in der Chirurgie als seelenlose Techniker. Oft müssen wir Chirurgen uns plagen, absolut konzentriert auf ein kleines Gebiet starren, stundenlang am selben Ort stehen und mit eiserner Disziplin, ohne nachzulassen, arbeiten.

Technische Perfektion ist die Voraussetzung zum Prädikat "guter Chirurg". Sie ist unabdingbar nötig und muss täglich geübt werden. Bei grossen Eingriffen, die sehr schwierig sein können, besteht die chirurgische Kunst oft darin, sich Rückwege offen zu lassen, auf denen eine Operation ohne unmittelbaren Schaden für den Patienten abgebrochen werden kann. Oder der Experte versteht es, verschiedene Wege der Umgehung von Schwierigkeiten zu finden, operative Probleme an Orten, wo z.B. Blutungen auftreten können, zu umgehen und schliesslich das Ziel trotzdem zu erreichen.

Wie in jeder Kunst gibt es ganz verschiedene Künstler, und nicht jeder Chirurg kann, wenn er ganz ehrlich mit sich selber ist, behaupten, er habe jedes höhere Niveau erreichen können. Auch unter Chirurgen gibt es virtuose Meister mit elegantem Spiel und technischen Feinheiten. Bei bauchchirurgischen Eingriffen wird das leider oft nur von den anwesenden Assistenten erkannt. Für Aussenstehende, die nur die oberflächliche Hautwunde sehen, ist es praktisch unmöglich, die technischen Fähigkeiten eines Chirurgen zu schätzen. Die dauernde Weiterentwicklung, der Vergleich mit anderen operierenden Kollegen, Besuche von anderen, international anerkannten Zentren, ermöglichen dem einzelnen Chirurgen, sich selber ein Bild zu machen, wo er steht und wo er sich weiter technisch verbessern muss.

Wenn die Technik perfekt ist, und das muss sie sein, entscheidet über die sicheren Resultate der Chirurgie letztlich nur noch die richtige Indikation.

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