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Principle vier

 

 indikationswahl

"Die für mich und meine Mitarbeiter gültigen, persönlich wichtigen Principles für eine chirurgische Tätigkeit und die Durchführung operativer Eingriffe sind: Menschliches Verständnis für die Patienten, erprobte und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, herausragende technische Fähigkeiten, richtige Wahl der Indikation (Operations-Anzeige)."

Prof. Dr. med. Hans U. Baer
Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Viszeralchirurgie
Baermed. - Zentrum für Bauchchirurgie, Zürich

Die grösste Kunst in den operativen Fächern der Medizin ist die Fähigkeit, die richtige Art von operativen Eingriffen für jeden Patienten zu finden. Das war früher bei einer eingeschränkten Zahl von Verfahren relativ einfach. Heute aber gibt es auch für relativ einfache Eingriffe, wie für einen Leistenbruch, nicht mehr nur ein Verfahren, sondern eine ganze Reihe von verschiedenen Methoden. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, keine ist auch bei perfekter Ausführung hundert Prozent sicher. Es gibt offene, geschlossene, minimal invasive, mit oder ohne Fremdmaterialeinlage erfolgende Eingriffe. Der Chirurg muss sie alle kennen. Er wird sich bei einigen Eingriffen ganz sicher fühlen und die Eingriffe den Patienten empfehlen können. Andere wiederum führt er selber weniger gern oder mit weniger Erfolg durch.

Nachdem die genaue Krankheit erkannt ist, oft nach langen und belastenden Untersuchungen, stellt sich für den Bauchchirurgen die Frage, ob ein Patient operabel ist. Das heisst, ob aufgrund der körperlichen Befunde eine Operation dem Patienten überhaupt zugemutet werden darf. Der zweite Punkt, der zu beurteilen ist, betrifft die Resektabilität. Dies ist die technische Möglichkeit, einen Befund zu operieren. Die Abklärung der Operabilität erfolgt für Herz, Lunge, Nieren, Leberfunktionen und vieles mehr. Diese Untersuchungen werden von inneren Medizinern durchgeführt. Die Beurteilung vor der Operation, ob ein Befund technisch entfernt werden kann, muss oft aufgrund von bildgebenden Verfahren beurteilt werden. Der Chirurg muss aus zweidimensionalen Abbildungen die genaue Lage von Organen und Organerkrankungen im Körper erkennen und entscheiden, ob er die Operation durchführen kann. Wann darf welchem Patienten welcher Eingriff zugemutet werden? Prinzipiell suchen wir den kleinsten schonendsten Eingriff, der mit dem geringsten Risiko verbunden ist in Bezug auf die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten. Faktoren wie vorangegangene Krankheiten, Organleistungseinschränkungen und manchmal das biologische Alter, oft auch die Einstellung des Patienten, müssen beachtet und sorgfältig abgewogen und beurteilt werden. Auch das eigene Können, die Erfahrung und Risikobereitschaft sowie das Verantwortungsbewusstsein, die Fähigkeit des Chirurgen ganz allein, oft lebenswichtige Entscheide zu treffen und sie zu tragen, bestimmen die Indikation zu einer Operation. Zeitdruck, oft auch ungenaue oder nur ungenügende Befunde und widersprüchliche Abklärungsresultate, belasten den Chirurgen. Nur zu oft muss er in diesen Situationen entscheiden, ohne je ganz sicher sein zu können. Auch die Indikationsstelle ist deshalb vor allem chirurgisch eine Kunst, die nur mit ganzem Einsatz und jahrelanger Arbeit erlernt werden kann.

Diese Principles (Leitgedanken) sind das Konzentrat der Lebens- und Berufserfahrung von Prof. Baer. Sie leiten die ärztlichen Tätigkeiten im Zentrum und zeigen unser Verständnis für Menschen, die sich uns als Patienten anvertrauen.

Hans U. Baer, Plamen Staikov

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